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Springreiten

Beerbaum und Nagel: Safety first

  • Carsten Otto Nagel und Ludger Beerbaum
  • Bilderserie CHIO in Aachen - Mekka des Pferdesports
  • Interaktiv Daten und Fakten zu Olympia
  • Nagel und Beerbaum

    Carsten Otto Nagel und Ludger Beerbaum (r)

    (04.07.2012)
    BilderserieCHIO in Aachen - Mekka des Pferdesports
    Aachen von oben / Quelle: imago

    CHIO in Aachen - Mekka des Pferdesports

    (04.07.2012)
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    Daten und Fakten zu Olympia

    Kurzmeldung

    • 22:33 05.07.2012Kurzmeldung

      Deutsche Springreiter Zweite 22:33 05.07.2012
      Deutschlands Springreiter haben den Sieg im Nationenpreis beim CHIO in Aachen erneut verpasst. Marcus Ehning mit Pot Blue, Christian Ahlmann mit Codex One, Janne-Friederike Meyer mit Lambrasco und Marco Kutscher mit Cornet Obolensky belegten mit zwölf Fehlerpunkten hinter Frankreich den zweiten Platz und blieben damit auch im vierten Jahr in Folge im prestigeträchtigen Mannschaftsspringen ohne Erfolg. Den dritten Rang belegte Irland. Der Nationenpreis unter Flutlicht vor 45.000 Zuschauern ist weltweit eine der traditionsreichsten Prüfungen.

    • 16:24 05.07.2012Kurzmeldung

      Sieg für deutsches Dressur-Team 16:24 05.07.2012
      Das deutsche Dressurteam hat zum 33. Mal den Nationenpreis beim CHIO in Aachen gewonnen. Die Equipe setzte sich am Donnerstag trotz des Fehlens von Matthias Rath mit Totilas souverän vor Dänemark durch. Beste Einzelreiterin des Grand Prix war die Debütantin Kristina Sprehe aus Dinklage, die für ihren Ritt mit Desperados 79,702 Prozentpunkte erhielt. Zur deutschen Mannschaft gehörten zudem Helen Langehanenberg aus Havixbeck mit Damon Hill (78,426), Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino (75,426) und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Diva Royal (74,277).

    • 17:40 05.07.2012Kurzmeldung

      Olympische Spiele ohne Totilas 17:40 05.07.2012
      Für Totilas-Reiter Matthias Rath ist der Traum vom Start bei den Olympischen Spielen in London geplatzt. "So traurig es ist. Das entspricht den Tatsachen", bestätigte der Dressurausschuss- Vorsitzende Klaus Roeser beim CHIO in Aachen Raths Aus für den Höhepunkt in London. "Matthias hat einen Rückfall erlitten. Er ist weiter in ärztlicher Behandlung und darf keinen Sport treiben." Der 27- Jährige Rath leidet an Pfeiffer'schem Drüsenfieber und wurde am Donnerstag erneut untersucht. Der für den Freitag angesetzte Fitnesstest wurde abgesagt.

    • 13:47 03.07.2012Kurzmeldung

      Beerbaum verzichtet auf Olympia 13:47 03.07.2012
      Ludger Beerbaum wird nicht an den Olympischen Spielen in London teilnehmen. Nach dem Einlaufspringen mit Gotha beim CHIO in Aachen entschied Beerbaum, das Pferd nur noch in Rahmenspringen vorzustellen. "Die Stute ist einfach nicht in Form. Damit ist für mich auch klar, dass ich nicht mehr für die Teilnahme an den Olympischen Spielen zur Verfügung stehe", ließ Beerbaum über seine Pressereferentin Susanne Strübel wissen. Im Falle einer Olympia-Qualifikation wäre der 48-Jährige zum insgesamt siebten Mal bei Olympischen Spielen dabei gewesen.

    Von Christiane Mitatselis, Aachen

    In der Aachener Soers kämpfen die deutschen Springreiter in dieser Woche um die Plätze für das Olympia-Team. Bevor es beim CHIO richtig losgegangen ist, standen Bundestrainer Otto Becker schon die Sorgenfalten auf der Stirn. Er wird in London ohne die erfahrenen Reiter Carsten-Otto Nagel und Ludger Beerbaum auskommen müssen. Deren Pferde sind nicht fit. Becker hofft, dass ihm weitere Verletzungen erspart bleiben.

    ZITAT
    Es wäre falsch gewesen, beim schwersten Turnier auf ein Wunder zu hoffen.
    Carsten-Otto-Nagel
    Wenige Wochen vor den Olympischen Spielen schwächeln zwei Klasse-Stuten. Nagels 14-jährige Corradina ist nach einer Zahnoperation nicht fit genug, um in London zu starten. Nagel entschied sich schon am Wochenende, sein Pferd zu schonen und reiste gar nicht zum CHIO nach Aachen. "Es wäre falsch gewesen, beim schwersten Turnier auf ein Wunder zu hoffen", sagte er.

    Prellungen und ein Schreck

    Beerbaums elfjährige Gotha, Tochter des seit 2009 pensionierten Erfolgshengstes Goldfever, steckt noch ein Malheur in den Knochen. Bei den Deutschen Meisterschaften hatte sie Anfang Juni nach einer Verweigerung den richtigen Absprung verpasst und war samt Reiter gestürzt. Dabei hatte das Pferd Prellungen erlitten - und sich gewaltig erschreckt.

    Beerbaum versuchte es in Aachen noch mit ihr, doch gleich nach dem ersten Einsatz Gothas am Dienstag stellte der 48-Jährige fest: "Die Stute ist einfach nicht in Form." Und da Deutschlands erfolgreichster Springreiter der letzten 20 Jahre zurzeit kein anderes geeignetes Pferd im Stall hat, wird auch er nicht nach London reisen.

    Drei mit guten Chancen

    "Die Enttäuschung ist nicht ganz so groß, weil es sich schon vorher abzeichnete", sagt Beerbaum - und er tröstet sich damit, dass drei bei ihm angestellte Reiter, nämlich Philipp Weishaupt, Marco Kutscher und der Schwede Henrik von Eckermann, gute Chancen haben, bei den Spielen zu reiten - und dort Marktwert und Ruhm seiner Pferde zu mehren.

    Nominierungsschluss für London ist Montagabend, fünf Reiter muss Becker benennen. Die beiden Ausfälle träfen ihn hart, sagt er, noch könne er aber ein starkes Team aufbieten. "Es darf sich aber niemand mehr verletzen."

    Jahresleistung zählt

    In die Mannschaft für den Nationenpreis am Donnerstagabend hat Becker Janne Friederike Meyer, Marcus Ehning, Weishaupt, Kutscher und Christian Ahlmann berufen. "Wir haben die Auswahl ganz klar anhand der bisherigen Leistungen in dieser Saison getroffen", begründet er seine Auswahl.

    Noch im Rennen ist auch Meredith Michaels-Beerbaum, die ein Jahr nach der Verrentung ihres Erfolgs-Wallachs Shutterfly auf die neunjährige Stute Bella Donna setzt.

    Ramponierter Ruf

    Kutscher und Ahlmann bekommen von Becker eine zweite Chance. 2008 hatten die beiden bei den Olympischen Spielen in Hongkong für negative Schlagzeilen gesorgt, die den Ruf der deutschen Springreiter arg ramponierten.

    Bei Ahlmanns Wallach Cöster war damals durch ein neues Testverfahren die verbotene Substanz Capsaicin festgestellt worden. Nach diversen juristischen Verfahren wurde er für acht Monate wegen Dopings gesperrt und zu einer Geldstrafe verurteilt.

    Nicht genehmigte Spritze

    Kutschers Hengst Cornet Obolensky hatte seinerseits eine nicht genehmigst Spritze bekommen und war in der Stallgasse kollabiert; der Reiter musste eine Geldbuße zahlen.

    Nach verbüßten Strafen betrachtet Becker beide als rehabilitiert. Überhaupt scheinen sich die Springreiter gebessert zu haben. Jedenfalls sind sie, seit Becker Anfang 2009 das Amt des Bundestrainers von Kurt Gravemeier übernommen hat, nicht mehr durch Doping- oder Medikationsfälle auffällig geworden.

    Dass Beerbaum und Nagel ihre formschwachen Pferde schonen, ist vor diesem Hintergrund eine gute Nachricht.

    05.07.2012
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