Springreiten
Beerbaum und Nagel: Safety first
InteraktivInteraktiv: Daten und Fakten zu Olympia
Error 503 Service Unavailable
Service Unavailable
Guru Meditation:
XID: 1802708269
Varnish cache server
Von Christiane Mitatselis, AachenIn der Aachener Soers kämpfen die deutschen Springreiter in dieser Woche um die Plätze für das Olympia-Team. Bevor es beim CHIO richtig losgegangen ist, standen Bundestrainer Otto Becker schon die Sorgenfalten auf der Stirn. Er wird in London ohne die erfahrenen Reiter Carsten-Otto Nagel und Ludger Beerbaum auskommen müssen. Deren Pferde sind nicht fit. Becker hofft, dass ihm weitere Verletzungen erspart bleiben.
Wenige Wochen vor den Olympischen Spielen schwächeln zwei Klasse-Stuten. Nagels 14-jährige Corradina ist nach einer Zahnoperation nicht fit genug, um in London zu starten. Nagel entschied sich schon am Wochenende, sein Pferd zu schonen und reiste gar nicht zum CHIO nach Aachen. "Es wäre falsch gewesen, beim schwersten Turnier auf ein Wunder zu hoffen", sagte er.Prellungen und ein SchreckBeerbaums elfjährige Gotha, Tochter des seit 2009 pensionierten Erfolgshengstes Goldfever, steckt noch ein Malheur in den Knochen. Bei den Deutschen Meisterschaften hatte sie Anfang Juni nach einer Verweigerung den richtigen Absprung verpasst und war samt Reiter gestürzt. Dabei hatte das Pferd Prellungen erlitten - und sich gewaltig erschreckt.Beerbaum versuchte es in Aachen noch mit ihr, doch gleich nach dem ersten Einsatz Gothas am Dienstag stellte der 48-Jährige fest: "Die Stute ist einfach nicht in Form." Und da Deutschlands erfolgreichster Springreiter der letzten 20 Jahre zurzeit kein anderes geeignetes Pferd im Stall hat, wird auch er nicht nach London reisen.Drei mit guten Chancen"Die Enttäuschung ist nicht ganz so groß, weil es sich schon vorher abzeichnete", sagt Beerbaum - und er tröstet sich damit, dass drei bei ihm angestellte Reiter, nämlich Philipp Weishaupt, Marco Kutscher und der Schwede Henrik von Eckermann, gute Chancen haben, bei den Spielen zu reiten - und dort Marktwert und Ruhm seiner Pferde zu mehren.Nominierungsschluss für London ist Montagabend, fünf Reiter muss Becker benennen. Die beiden Ausfälle träfen ihn hart, sagt er, noch könne er aber ein starkes Team aufbieten. "Es darf sich aber niemand mehr verletzen."Jahresleistung zähltIn die Mannschaft für den Nationenpreis am Donnerstagabend hat Becker Janne Friederike Meyer, Marcus Ehning, Weishaupt, Kutscher und Christian Ahlmann berufen. "Wir haben die Auswahl ganz klar anhand der bisherigen Leistungen in dieser Saison getroffen", begründet er seine Auswahl.Noch im Rennen ist auch Meredith Michaels-Beerbaum, die ein Jahr nach der Verrentung ihres Erfolgs-Wallachs Shutterfly auf die neunjährige Stute Bella Donna setzt.Ramponierter RufKutscher und Ahlmann bekommen von Becker eine zweite Chance. 2008 hatten die beiden bei den Olympischen Spielen in Hongkong für negative Schlagzeilen gesorgt, die den Ruf der deutschen Springreiter arg ramponierten.Bei Ahlmanns Wallach Cöster war damals durch ein neues Testverfahren die verbotene Substanz Capsaicin festgestellt worden. Nach diversen juristischen Verfahren wurde er für acht Monate wegen Dopings gesperrt und zu einer Geldstrafe verurteilt.Nicht genehmigte SpritzeKutschers Hengst Cornet Obolensky hatte seinerseits eine nicht genehmigst Spritze bekommen und war in der Stallgasse kollabiert; der Reiter musste eine Geldbuße zahlen.Nach verbüßten Strafen betrachtet Becker beide als rehabilitiert. Überhaupt scheinen sich die Springreiter gebessert zu haben. Jedenfalls sind sie, seit Becker Anfang 2009 das Amt des Bundestrainers von Kurt Gravemeier übernommen hat, nicht mehr durch Doping- oder Medikationsfälle auffällig geworden.
Dass Beerbaum und Nagel ihre formschwachen Pferde schonen, ist vor diesem Hintergrund eine gute Nachricht.
05.07.2012
ZITAT
„Es wäre falsch gewesen, beim schwersten Turnier auf ein Wunder zu hoffen.”Carsten-Otto-Nagel
Dass Beerbaum und Nagel ihre formschwachen Pferde schonen, ist vor diesem Hintergrund eine gute Nachricht.



